Regionale Nachrichten aus Ihrer Zeitung Auf Pantoffeln Krieg im Sudan stoppen Rhetorik-Wettbewerb fordert Humor und Improvisation Vom 25.10.2004 Schweigen ist nicht immer Gold. Beim Rhetorik-Wettbewerb der "Toastmasters" kam es auf ein flottes Mundwerk an, und zwar in Englisch. In zwei Kategorien traten die Sprachkünstler gegeneinander an. Eine gute Rhetorik gilt auch als berufliche Schlüsselkompetenz. Von Kurier-Mitarbeiterin Alexandra Lenz "Dieser Wettbewerb ist gut für Ihre Gesundheit", begrüßt Melissa Kros von den "Word Weavers" die Gäste und Teilnehmer des Rhetorik-Wettbewerbs, den der Club "Toastmasters" organisiert hat. Ein guter Redner habe sein Publikum nämlich zum Lachen zu bringen und das treibe die Sauerstoffzirkulation im Blut an. Zudem erhöhe es die Ausschüttung von Endorphinen. Mit der kurzen Begrüßung hat Kros vorgemacht, wie es geht: Information und Small-Talk, verpackt in wohlklingende Worte und ausgesuchte Gesten. Zwölf Teilnehmer wetteifern um den Titel des besten Redners. Vier Clubs sind mit von der Partie: Die "Word Weavers", die "Famous Toastmasters", beide aus Wiesbaden, sowie die "International Toastmasters" aus Heidelberg und Stuttgart. In zwei Kategorien wird der beste Rhetoriker gekürt: Bei den "Table Topics", Stegreif-Reden von knapp zwei Minuten, und dem "Humorous Speech Contest", bei dem vorbereitete humorvolle Reden von bis zu sechs Minuten vorgetragen werden. Wer sich durchsetzt, qualifiziert sich für die nächste Runde - bis zum europäischen Finale in Berlin im November. Improvisation ist bei den "Table Topics" gefragt. Jeder Redner hat nur 30 Sekunden Zeit, um sich einen Vortrag zu überlegen, und knapp zwei Minuten, um die Rede zu halten. Nach einem Ampelsystem wird die Zeit angezeigt: "Ist die Mindestzeit geschafft, leuchtet das grüne Licht auf, nach der Hälfte der Zeit das gelbe und dann das rote", erläutert die Sprecherin der Word Weavers, Regina Krömer. Bei Rot muss der Redner zum Ende kommen, andernfalls wird er disqualifiziert. Was würde man als Supermann machen? Die Aufgabe ist ebenso witzig wie knifflig. Der Wettstreiter muss sich einen von drei vorgegebenen Gegenständen auswählen und dann dem Publikum erklären, was er damit machen würde, wenn er Supermann wäre. Zur Auswahl stehen: ein Paar Pantoffeln aus dem Märchen 1001 Nacht, eine Maske mit Federn oder ein Bauarbeiterhelm. Der Teilnehmer Al Green schlägt in seiner Rede als einziger politische Töne an: Er würde die Pantoffeln nehmen, damit im Nu bis in den Sudan stiefeln und Vertreibung und Völkermord beenden. Der erste Club der "International Toastmasters" gründete sich bereits 1924 in Kalifornien. Ein echter Exportschlager: Mittlerweile sind es mehr als 200 000 Mitglieder in 9 500 Clubs weltweit. Ziel ist es, die rhetorische Gewandtheit jedes Einzelnen zu verbessern. Wendy Wallace, die PR-Frau der "Famous Toastmasters", verdeutlicht: "Es geht darum, sich seinen Ängsten und Unsicherheiten zu stellen und in der Gruppe Lob und Unterstützung zu erhalten." Eine Rhetorik-Selbsthilfegruppe sozusagen. Zudem gelten Eloquenz und sicheres Auftreten als berufliche Schlüsselkompetenzen. Wer introvertiert ist, muss sich diese sozialen Fähigkeiten erst erarbeiten - denn gefragt sind sie oft. Auch Monika Laws, die seit zwei Jahren bei den "Word Weavers" ist, habe diese Erfahrung gemacht: "Im Business darf man sich keine Fehler erlauben". Wer stottert oder den Faden verliert, sei sofort raus. Als sie auf einer Firmenfeier ihrem Chef das Geschenk überreichen und eine kleine Laudatio halten sollte, habe eine Kollegin sie absichtlich immer wieder unterbrochen. "Bei den ,Toastmasters´ hatte ich aber gelernt, mich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und andere hilfreiche Tricks." Sie lasse sich nicht mehr verunsichern, sagt sie und grinst zufrieden. Wer zuletzt lacht, lacht am besten - und das verbessert nicht nur den Endorphin-Spiegel, sondern auch das Betriebsklima. www.toastmasters-wiesbaden.de www.word-weavers.de -------------------------------------------------------------------- Hinweis: Alle Nachrichten dienen zur persönlichen Information. Die Weiterverwendung und Reproduktion ist nicht gestattet. Links auf externe Seiten spiegeln nicht die Meinung der Verantwortlichen dieser Website wider. Copyright: Wiesbadener Kurier, Verlagsgruppe Rhein Main Consulting & Production, Hosting: Rhein Main Multimedia GmbH Haftungsausschluss: Wir weisen darauf hin, dass wir keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten haben. Für die Seiteninhalte sind ausschließlich die Anbieter verantwortlich. Rhein Main Multimedia haftet nicht für die Inhalte der gelinkten Seiten bzw. Unterseiten. Diese Erklärung gilt für alle auf unserer Homepage angebrachten Links und für alle Inhalte der Seiten, zu denen Links oder Banner führen. Der User erkennt den Haftungsausschluss an.